Zürich, 14. August 2002. Der Mangel am lebenswichtigen Gut Wasser gehört in vielen Regionen der Erde zu den vordringlichsten Problemen der Menschen. Nicht selten kommen sich die Bedürfnisse der Lokalbevölkerung und die Interessen der Industrie in die Quere. Zugespitzt wird dieser Konflikt häufig mit der Etablierung touristischer Infrastruktur. Ein humanitäres Projekt zur sinnvollen Wassergewinnung, finanziert aus dem Hotelplan Umwelt-franken Fonds, ist im indischen Goa in vollem Gange.

Die touristische Entwicklung in Goa während der letzten 15 Jahre hat, neben einer stark expandierenden Industrie, zu einer ungleichmässigen Verteilung der beschränkten Grund-wasser-Reserven geführt. Die Tourismusbetriebe entlang der Küste absorbieren bis weit ins Landesinnere Wasservorkommen, die vorwiegend durch private Anbieter aus Grund-wasser-Quellen geliefert werden. In Küstennähe verschärft sich das Problem, indem sich zusätzlich der Salzgehalt im Wasser erhöht. Dort, wo Grundwasserbohrungen durch die Industrie in grossem Ausmass stattfinden, hat die Bevölkerung der umliegenden Regionen mit einem sinkenden Grundwasserspiegel zu kämpfen – Wasser wird für sie immer unzu-gänglicher. Ausserhalb der Monsunzeit führt dies in den benachteiligten Gebieten zu problematischen Engpässen bei der Trinkwasserversorgung.

Ein aussergewöhnliches Wasserprojekt

Ziel des Hotelplan Umweltfranken-Projekts in Goa ist der leichtere Zugang zu Trinkwasser für jene Menschen, die unter der schlechten Versorgungssituation leiden. Durch die Projektleiter Hans Anton Rieder und Roland Frutig wurden die Bohrpunkte mit radiästhetischen Mitteln festgelegt, die Bohrungen begleitet und die Installationen in Auftrag gegeben. Auf Bohrungen zu Lasten des weitgehend übernutzten Grundwasserspiegels wird verzichtet. Erschlossen werden ausschliesslich die von Niederschlägen unabhängig existierenden, stets unter Druck stehenden Wasseradern.

Trinkwasserzugang für 3000 Menschen

Im Mai 2002 führten Rieder und Frutig in Nord-Goa insgesamt fünf Bohrungen durch und waren dabei vier Mal erfolgreich. Für die Dörfer Vagalim Camurlim, Anjuna, Assagao und Pilar wurden in weniger als einem Monat vier Brunnen für den Wasserbezug von insgesamt rund 3000 Bewohnern installiert. „Das Potenzial zur Lösung von Wasserver-sorgungsproblemen durch die Erschliessung von Wasseradern ist riesig, ja kaum vorstell-bar. Je trockener eine Gegend, desto grösser die Wasseradern. Insbesondere in Bezug auf eine umweltgerechte und sozial verantwortungsvolle Tourismusentwicklung können wir in Zukunft einen höchst effizienten Beitrag leisten“, erklärt Hans Anton Rieder.

Reisen veranstalten und Verantwortung für Mensch und Umwelt wahrnehmen 

Mit den Reisemarken Hotelplan und ESCO gehört die HOTELPLAN SWISS GROUP zu den langjährigen Anbietern von Reisen nach Goa. Im Wissen um die enorme Wasserabsorbierung durch die touristischen Betriebe der Küstenregionen, war eines der zentralen Anliegen eine nachhaltige und ökologisch sinnvolle Wassererschliessung zu Gunsten der betroffenen Bevölkerung in den Regionen um die Küstengebiete. Wichtige Zielvorgaben für die Projektfinanzierung waren der freie Zugang zu den Brunnen sowie die langfristige Gewährleistung des Brunnenbetriebes für die Bewohner der jeweiligen Regionen. www.hotelplan.ch/umwelt