Wie belasten Ferienreisen die Umwelt? Glattbrugg, 20. Mai 2003│ Wie stark belastet Reisen die Umwelt? Dass sich ausgerechnet ein Reiseveranstalter mit dieser Frage auseinandersetzt, mag auf den ersten Blick verwundern. Tatsache ist: Will die Branche ihre Zukunft sichern, muss sie handeln.

Weitreichende Pilotstudie: Das ganze Ferienarrangement unter der Lupe
Vor fünf Jahren fassten die Umweltverantwortlichen bei Hotelplan den Entschluss, Umweltbelastungen über die gesamte touristische Wertschöpfungskette messbar zu machen. Ein ehrgeiziges Ziel. Immerhin reichen die Aktivitäten von Hotelplan weit über die eigenen Landesgrenzen. Der neue Umweltbericht dokumentiert, dass jetzt ein Meilenstein erreicht ist. Die wissenschaftliche Pilotstudie «Badeferien und Umwelt» gibt nämlich erstmals Antwort auf die Frage: Welche quantitativen Auswirkungen haben die einzelnen Leistungen einer Pauschalreise für die Umwelt? Was noch wichtiger ist: Aus den Ergebnissen lassen sich Massnahmen ableiten, die nicht nur ökologisch vorteilhaft sind. Die erhobenen Daten belegen, wo sich ökologisches Handeln positiv in der Betriebsrechnung niederschlägt.

„Um unsere ausländischen Partner von der Bedeutsamkeit ökologischen Handelns zu überzeugen, haben gute Argumente oft nicht ausgereicht. Jetzt können wir den Zusammenhang zwischen Kosten und Umweltbelastung schwarz auf weiss aufzeigen“, stellt Kaspar Hess, Umweltdelegierter der Hotelplan-Geschäftsleitung fest: „Die Studie bringt uns einen bedeutenden Schritt weiter. Auf der Basis dieser wissenschaftlichen Daten werden wir in Zukunft die Umweltbelastung aller unserer Pauschalreise-Produkte analysieren können. Die Erkenntnisse daraus sind wertvoll für uns und unsere Partner an den Ferienzielen. Ich gehe davon aus, dass sich auch unsere Kunden für die ökologische Dimension unserer Reiseprodukte interessieren werden.“

Auch vor der eigenen Haustüre kehren
Hotelplan untersucht seit 1998 systematisch die Stoff- und Energieflüsse am Zürcher Hauptsitz. Die Ökobilanz zeigt ein für Dienstleistungsunternehmen atypisches Resultat. Rund zwei Drittel der Umweltbelastung sind „eingekauft“ und resultieren vor allem aus der Produktion von Ferienkatalogen und Geschäfts-Flugreisen der Mitarbeitenden. Direkt beeinflussbare Faktoren blieben während vier Betriebsjahren konstant.

Die soziale Dimension des Reisens
Als Basis für ein nachhaltiges Engagement sollen ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte bei Hotelplan in Zukunft gleichberechtigt gewichtet werden. Noch in diesem Jahr wird der «Code of Conduct» unterzeichnet. Hierin verpflichten sich touristische Unternehmen, aktiv dazu beizutragen, dass der sexuellen Ausbeutung von Kindern ein schnellstmögliches Ende bereitet wird. Seit 2002 amtiert Kaspar Hess als Vizepräsident der Tour Operators’ Initiative (TOI), einem Umweltgremium des Umweltdepartments der Vereinten Nationen (UNEP) und der Welttourismus-Organisation (WTO). In diesem Forum sieht Hess die ideale Plattform für die globale Weiterentwicklung eines nachhaltigeren und somit öko- und sozialeffizienteren Tourismus. Auch biete die TOI die Chance zu einem wirksamen Wissenstransfer.

Der aktuelle Umweltbericht 2001/02 -> erhältlich unter Telefon 043 211 82 40 oder als PDF-Datei abrufbar: www.hotelplan.ch